Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung

Immer wieder erschüttern uns die Nachrichten mit Meldungen über Missbrauchsfälle. Ganz besonders nahe geht es, wenn man selbst betroffen ist. Viel Unsicherheit tritt zu Tage. Es tauchen Fragen auf, die keiner so recht beantworten vermag. Gefühle wie Schuld, Scham, Angst oder Wut und eine endlos erscheinende Traurigkeit begleiten diese Unsicherheit. Betroffene selbst finden sich in einem Käfig wieder – die Mauer nach draußen scheint unüberwindbar. Und von außen sieht es ganz ähnlich aus. Man kommt einfach nicht mehr an sie oder ihn ran. Es ist zu. Verschlossen vor dem Leben scheint alles zu stagnieren. Es ist notwendig, zu lernen, was Missbrauch – der letzten Endes immer auch ein Machtmissbrauch ist – bedeutet. Der Alltag wird zum Drahtseilakt. Der Versuch, die Beziehung zum Betroffenen zu erhalten, ein Minenfeld. An dieser Stelle braucht es behutsame Geduld. Geduld und Nachsicht mit sich selbst sowie dem Gegenüber. Menschen, die missbraucht wurden, haben den größten Vertrauensverlust erlebt, den man sich nur vorstellen kann. Und doch ist es möglich, Schritt für Schritt wieder in Richtung Hoffnung zu gehen. Dafür braucht es helfende Hände, die mit Bedacht und sehr behutsam zur Seite stehen. Geben Sie sich nicht auf.

‚Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen‘
 “ (Hebräer 13:5)